Black Friday ist ein englischer Begriff und bedeutet übersetzt: Schwarzer Freitag. Mit dem Black Friday wird in den USA der Tag nach Thanksgiving bezeichnet. Das Thanksgiving-Fest fällt dabei immer auf den vierten Donnerstag im November, sodass der darauffolgende Black Friday als Beginn der Weihnachtseinkaufszeit und als Start in ein Familienwochenende genutzt wird, welches mit zahlreichen Traditionen behaftet ist.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Black Friday

Zahlreiche US-Amerikaner nutzen den schwarzen Freitag als Brückentag für ein verlängertes Wochenende und tätigen an diesem Tag bereits die ersten Weihnachtseinkäufe. Deshalb lassen es sich viele Läden und Handelsketten nicht nehmen, schon in den frühen Morgenstunden zu öffnen. Die übliche Öffnungszeit beträgt dann 05:00 Uhr, wobei die Besucher mit Werbegeschenken, Rabatten und Sonderangeboten förmlich überhäuft werden. Deshalb ist es inzwischen zur Tradition geworden, dass sich die Menschen bereits nachts vor den Läden anstellen und dort sogar campieren, um gleich zur Öffnungszeit die besten Schnäppchen zu sichern. Einige Läden gehen sogar soweit und öffnen bereits am frühen Abend des Donnerstags. Am schwarzen Freitag werden tatsächlich die höchsten Umsätze des ganzen Jahres erzielt. Damit gilt der Feiertag als wichtiger Indikator für das damit beginnende Weihnachtsgeschäft.

Im Jahr 2014 wurden während des 4-tägigen Wochenendes des Black Fridays sage und schreibe 50,9 Milliarden US-Dollar von den Amerikanern ausgegeben. Die Schätzungen für das Jahr belaufen sich auf 134 Millionen Menschen, welche an diesem Wochenende eingekauft haben. Seitdem sich der Onlinehandel verbreitet hat, wurde der Black Friday um den darauffolgenden Cyber Monday erweitert. Dazu locken viele Online-Händler ihre Kunden mit Gratis- und Sparaktionen.

Nicht mit dem “Black Thursday” zu verwechseln

Der allseits beliebte Schnäppchentag ist jedoch nicht mit dem im Oktober 1929 passierten Börsencrash zu verwechseln. Die Börste crashte zwar an einem Freitag, jedoch wird dieser Tag im Englischen als Black Thursday bezeichnet. Diese Differenz ergibt sich aus der Zeitverschiebung zwischen Amerika und Europa. Somit crashte die Börse in Amerika noch an einem Donnerstag, während bei uns schon Freitag war.

Der Ursprung der Bezeichnung Black Friday

Über die Begrifflichkeit kann nur spekuliert werden. Diese könnte zum Beispiel daher rühren, dass die Massen an Menschen in den Einkaufszentren und auf den Straßen wie eine einzige schwarze Masse aussehen. Der Begriff Black Friday könnte allerdings auch eine Anspielung auf den Börsencrash im Jahr 1929 sein, als zahlreiche Menschen noch in letzter Minute versuchten ihre Ersparnisse zu retten und deshalb ebenfalls in Massen auf den Straßen umherirrten. Eine weitere Theorie bezieht sich darauf, dass es sich um einen umsatzstarken Tag handelt, an welchem alle Händler die Möglichkeit bekommen, sich aus den roten Zahlen heraus, hinein in die schwarzen Zahlen zu manövrieren.

Black Friday in der Schweiz

Während der schwarze Freitag in den USA primär in den einzelnen Geschäften vor Ort zelebriert wird, werden hierzulande fast alle Rabatte und Sonderaktionen online angeboten. Seit 2014 findet der schwarze Freitag in der Schweiz im größeren Rahmen statt. Der Technikriese Apple warb im Jahr 2006 als erstes mit Rabatten und Schnäppchen. Dabei wurde nie die Bezeichnung “Black Friday” verwendet. Apple bezeichnet den Tag stattdessen klassisch als “eintägiges Shopping Event”. In den darauffolgenden Jahren gewann dieses Event enorm an Bekanntheit. Im Jahr 2016 waren es dann 100 Händler, die mit entsprechenden Preisreduzierungen warben.

So beliebt das Event auch ist, Verbraucherschützer kritisieren den Black Friday, da die häufig so intensiv beworbenen Rabatte sich kaum vom tatsächlichen Preis unterscheiden und damit Augenwischerei betrieben würde. So relativierten sich die Rabatte im Vergleich mit anderen Anbietern. Realistisch seien am Black Friday oft nur Rabatte von 10 bis 25 Prozent. Von den Händlern werden hingegen teilweise 50 bis 60 Prozent angepriesen. Zu diesem Ergebnis kam auch das Onlineportal Mydealz, welches im Zeitraum von 2013 bis 2015 mehr als 1.400 Sonderangebote analysierte. Die Untersuchung ergab, dass Verbraucher bei dem Kauf von Smartphones etwa 26 Prozent sparen konnten. Bei TV-Geräten waren es sogar nur 11 Prozent. Lediglich bei Mode konnten sich Einsparungen bis zu 50 Prozent verbuchen lassen.